F.A.Q. ist die englische Abkürzung für frequently asked questions.
Hier beantworte ich gerne Fragen die mir immer wieder gestellt werden.
Sollte Ihre Frage nicht dabei sein, dann schreiben Sie mir unter: Barbara Schulte
  1. Deutsche Sportpferde sind schon über viele Jahre erfolgreich im internationalen Wettbewerb - steht das nicht im Widerspruch zu Ihren Thesen?
  2. Sie sagen die Pferdezucht hin zum 'Sportpferd' schränkt die genetische Vielfalt zu sehr ein, was sollte/ kann man dagegen tun?
  3. Es gibt viele anerkannte Autoritäten für Pferdezucht und Ausbildung. Keiner teilt Ihre Auffassungen - warum glauben Sie bessere Erkenntnisse als alle anderen zu haben?
  4. Ist Ihrer Ansicht nach die Hauptursache für die heutigen Probleme unserer Pferde die übermäßige Einkreuzung von Vollbluthengsten?
  5. Sie zitieren Edwards im Kapitel über den Vollblüter mit der Aussage, der Röhrbein Umfang beim Vollblüter betrage selten weniger als 20 cm. Das erscheint mir sehr viel?

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Frage:
Deutsche Sportpferde sind schon über viele Jahre erfolgreich im internationalen Wettbewerb - steht das nicht im Widerspruch zu Ihren Thesen?
Antwort:
Im Spitzensport konnten sich schon immer nur die allerbesten Pferde behaupten, sie machen aber gerade mal ein Prozent aller Pferde aus. Spitzenreiter beklagen sich jedoch, dass sie lange suchen müssen, bis sie geeignete Tiere für den internationalen Sport finden. Eine zunehmende Zahl von Dopingskandalen und die öffentlich geäußerte Ansicht: "Erlaubt ist was nicht gefunden wird." Lässt die Vermutung zu, dass es auch in der Spitzenregion Probleme gibt.
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Frage:
Sie sagen die Pferdezucht hin zum 'Sportpferd' schränkt die genetische Vielfalt zu sehr ein, was sollte/ kann man dagegen tun?
Antwort:
Zunächst sollte sich die Warmblutzucht von der Trennung in Dressur- und Springtypen verabschieden. Diese Zuchtstrategie führt zu einer Spaltung der Rasse und zur Aufteilung in zwei kleine Populationen, die letztendlich nicht mehr dem Zuchtziel des Deutschen Reitpferds entsprechen, das ein vielseitiges Pferd sein sollte. Weiterhin sollten wieder mehr Hengste, vor allem auch ältere bewährte Vererber, in der Zucht eingesetzt werden, so können wirklich passende Anpaarungen gefunden werden. Reiter sollten sich überlegen, welche Rasse ihren Wünschen am ehesten entspricht: suchen sie ein Sportpferd oder einen Freizeitbegleiter? Die Züchter von Spezialrassen sollten sich auf deren Stärken besinnen, die sie vom Warmblut unterscheiden und nicht versuchen ihre Pferde in Aussehen und Bewegung dem Warmblüter anzupassen. Denn nur in ihrer Andersartigkeit bieten sie eine echte Alternative zum Sportpferd.
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Frage:
Es gibt viele anerkannte Autoritäten für Pferdezucht und Ausbildung. Keiner teilt Ihre Auffassungen - warum glauben Sie bessere Erkenntnisse als alle anderen zu haben?
Antwort:
Es hat schon immer Mahner gegeben, die sich sowohl für eine Überprüfung züchterischer Fortschritte mit wissenschaftlichen Methoden aussprachen, als auch vor der ausschließlichen Ausrichtung der Zucht auf Spitzenpferde warnten. Auch heute gibt es Zuchtexperten, die eine geänderte Zuchtauswahl fordern. Einige ihrer Forderungen werden in diesem Buch aufgegriffen. Einblicke in verschiedene Ställe in unterschiedlichen Regionen Deutschlands, vor allem aber meine Auslandsaufenthalte, bei denen ich neue Menschen, andere Pferde und unterschiedliche Reitweisen kennengelernt habe, ließen mich meinen Horizont erweitern und erlaubten mir "über den Tellerrand" der deutschen Zucht hinweg zu schauen
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Frage:
Ist Ihrer Ansicht nach die Hauptursache für die heutigen Probleme unserer Pferde die übermäßige Einkreuzung von Vollbluthengsten?
Antwort:
Nein, das wäre eine zu starke Vereinfachung des Problems. Überbeweglichkeit und starke Abwärtshaltung sind auch in Spezialrassen zu finden, die kein Vollblut einkreuzen. Diese haben aber ebenfalls, nach dem Vorbild der Warmblüter, begonnen die Gangmotorik ihrer Pferde hin zu raumgreifenden Bewegungen zu verändern. Der übermäßige Raumgriff und dabei vor allem der Mitteltrab, der heute schon von Fohlen erwartet wird, verschleißt Sehnen und Gelenke vorzeitig. Allerdings wurde die Entwicklung der spektakulären Gänge, die heutige Warmblüter zeigen, durch den ungebremsten Einsatz von Vollblut erst möglich gemacht. Die als Folgeerscheinung aufgetretene Überbeweglichkeit kann nicht allein durch Verzicht auf Vollbluteinsatz rückgängig gemacht werden. Hier müssen die Auswahlkriterien für die Selektion von Zuchttieren gründlich überdacht und den neuen Erkenntnissen angepasst werden.
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Frage:
Sie zitieren Edwards im Kapitel über den Vollblüter mit der Aussage, der Röhrbein Umfang beim Vollblüter betrage selten weniger als 20 cm. Das erscheint mir sehr viel?
Antwort:
Das ist für heutige Vollblüter offenbar viel. Doch hier einige Angaben zu Vollblütern die im vorigen Jahrhundert in der Warmblutzucht Bedeutung erlangt haben:
  • Der Löwe XX (1944 Röttgen 1,58 / 19,5)
  • Usurpator XX (1951 Röttgen 170 / 23,0)
  • Buchsbaum XX (1962 Niederrhein 160 / 20,0)
Im folgenden einige Hengste aus hannoverscher Zucht:
  • Donar (1971 Eylmann/Stade 168 / 22,5 )
  • Fugger (1966 Schlichting 172 / 23,0)
  • Senator (Sender-Senator) (1960 Fr. Leidecker Stade 164 / 23,5)
  • Senior (Senator -Semper idem- Dampfroß) (1962 H. Döscher /Aufz.: V d Decken Stade 167/ 22,0)
und ein Erhalterhengst aus Hessen:
  • Tango (Thor-Lützow - Donias) (1975 Eck. Geisel Krs. Mrbg 170 / 22,0 )
 
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